Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Freiendiez

Eine sogenannte Pflichtfeuerwehr bestand in Freiendiez schon seit Jahren. Das alte Leiterhaus befand sich in der Nähe des heutigen evangelischen Gemeindehauses.

Der Wunsch endlich eine freiwillige Feuerwehr zu gründen, wie es in vielen Gemeinden zur damaligen Zeit schon üblich war, wurde immer lauter.

Der damalige Bürgermeister der Ortsgemeinde, Eduard Ludolph, zeigte sich dieser Idee sehr aufgeschlossen. Am

16. Mai 1925 berief er eine Bürgerversammlung in den damaligen Saalbau Preusser, in der Rudolf-Dietz-Straße ein.

Außer zahlreichen Freiendiezer Bürgern, waren die Herren Spiess aus Idstein, der damalige Branddirektor Herr Baltzer, sowie die Vorstandsmitglieder Fritz Meckel, Adolf Hatzmann und Adolf May der Diezer Wehr, die bereits seit dem Jahre 1874 bestand, erschienen. Die maßgeblichen Herren brachten die Notwendigkeit einer frewilligen Feuerwehr für Freiendiez sowie in Diez zum Ausdruck und sicherten ihre tatkräftige Unterstützung zu. Auch die vorgesetzten Dienststellen wollten bei dem Aufbau behilflich sein.

Am gleichen Abend trugen sich schon 35 aktive und 5 fördernde Mitglieder in eine ausgelegte Liste ein.

Die eigentliche Gründungsversammlung fand dann am 23. Mai 1925 im Saal des Gasthauses Heinrich Schmidt, in der heutigen Wilhelmstraße, statt.

Die Mitgliederliste hatte sich inzwischen auf 128 aktive und 37 fördernde Mitglieder erhöht. Weiter Eintragungen in die besagte Liste erfolgten noch im Laufe des Abends.

Die Wahl des 1. Kommandanten fiel noch am gleichen Abend auf August Atzbacher, die des 2. Kommandaten auf Wilhelm Seel. Schriftführer wurde Friedrich Schlosser, Kassierer wurde Anton Nink und der Materialwart (heute als Gerätewart bezeichnet) wurde Willi Gäng, dieser wurde jedoch zu einem späteren Zeitpunkt gewählt.

Der Anfang war gemacht und mit viel Elan ging es nun an die Arbeit. Zuvor brachte man den Abend aber noch zu einem denkwürdigen Abschluss. Die Ausrüstung, die zur Verfügung stand, war zunächst recht mager. Man übernahm das vorhandene Material der Pflichtfeuerwehr, dass sich in dem alten Spritzenhaus gegenüber dem Gasthaus Bauscher, in der Rudolf-Dietz-Straße befand und in dem erwähnten Leiterhaus bei dem evangelischen Gemeindehaus in der heutigen Mittelstraße. Das erwähnte Leiterhaus war ein beliebter Spielplatz der damaligen Dorfjugend.

Schon im Juni 1925 entschloss man sich alsbald neue Uniformen anzuschaffen, die jeder Aktive Kamerad in monatlichen Raten selbst zu zahlen hatte. Mit Hilfe von aufgenommenen Krediten wurde die Ausrüstung erweitert, in dem man Helme und fehlendes Schlauchmaterial kaufte.

Im Hof des damaligen Rathauses von Freiendiez, wo sich heute das ehemalige Gerätehaus der Freiendiezer Wehr befindet, errichtete man zunächsteinmal einen Schlauchtrockenmast, Wenn man auch weitgehend von den Launen der Natur abhängig war, ob die Schläuche nun trockneten oder eben nicht, denn überdacht war der Mast nicht.

Dieser behelfsmäßige Zustand dauerte aber nicht lange an. Am 08. März 1926 wurde beschlossen, ein neues Feuerwehrhaus zu bauen. Als Standort wählte man den Hof des damaligen Rathauses. Die dafür notwendigen Mittel wurden über einen Kredit bei der Nassauischen Landesbank beschafft. Der Bau wurde für die Verhältnisse der damaligen Zeit sehr großzügig angedacht, mit 2 Fahrzeughallen und einem hölzernen Schlauchtrocknungsturm. Nach 1945 wurde der Holzturm durch einen massiven Backsteinturm ersetzt und im gleichen Zuge wurde auch ein Unterrichtsraum gebaut.

Die Einweihung des ersten Gerätehauses konnte bereits am 05. März 1927 erfolgen. Bei der kleinen Feier waren die Vorständer der Feuerwehr Diez, Feuerwehr Birlenbach und der Feuerwehr Niederneisenanwesend, so wie der Bürgermeister aus Freiendiez, Eduard Ludolph, der die Übergabe des Feuerwehrhauses vornahm.

Doch auch dieser Gerätehausbau erfuhr eine Steigerung, auf die später nocheinmal eingegangen wird.

Die erste mechanische Leiter, die am 29. März 1927 beschlossen wurde anzuschaffen, war für die damalige Zeit sensationell. Die Leiter war bis in die 60er Jahre einsatzbereit und in Betrieb.

Die von der Pflichtfeuerwehr übernommene Handdruckspritze entsprach auch nicht mehr den neuesten Anforderungen und so entschloss man sich, auch eine neue Motorspritze zu beschaffen. Aber die Gemeindekasse war leer und die Wehr Freiendiez hatte auch kein Geld mehr. Also blieb nichts anderes übrig, als sich an die Freiendiezer Bürger zu wenden und diese um Hilfe zu bitten. Durch Zeichnen von Anteilscheinen kam zügig der Betrag von 8.000,- Reichmark zusammen. Ein Kegelclub hatte extra für die Wehr ein Preiskegeln veranstaltet un den erzielten Betrag von 700,- Reichsmark der Feuerwehr zur Verfügung gestellt. Weiter Spenden und Kredite ermöglichten den Kauf einer Koebe-Motorspritze mit einer Leistung von 1.000 Litern pro Minute. Mit dem eingegangen Geld war man außerdem noch in der Lage, einen neuen Gerätewagen zu beschaffen.

Die neue Motorspritze, die zu Ihrer Zeit das Modernste weit und breit war, erhielt ihre Feuertaufe bei einem Brand am 30.09.1931 in Altendiez. Erst im Jahre 1960, in einem Alter von 30 Jahren, wurde diese bewährte Motorspritze am 03. September 1960 für eine neue Tragkraftspritze in Zahlung gegeben.

Die Wehr verfügte in früheren Jahren auch über eine sehr aktive und große Feuerwehrkapelle, die weit über die Ortsgrenzen von Freiendiez bekannt war und zu vielen Anlässen auch außerhalb des Ortes spielte.

Gegründet wurde das Orchester am 28. Mai 1928, jedoch durch die Wirren der 30er Jahre sowie den Kriegsfolgen, konnte sich das beliebte Ensemble nicht mehr zusammenfinden, zumal auch das Instrumentarium in alle Winde zerstreut war. Die in den 20er Jahren üblichen Signalhörner wurden durch den Erlös aus einer Weihnachtslotterie durch eine hochmoderne Alarmsierene ersetzt.

Am 04.08.1928 verschied er erste Mitbegründer der Wehr Freiendiez, Wilhelm Seel.

In der Hauptversammlung am 23.09.1929 wurde Schmiedemeister Wilhelm Sartorius zum 2. Kommandanten gewählt.

Gegen Ende des Jahres 1931 erwarb man einen gebrauchten LKW, der als Mannschaftsfahrzeug (heute bekannt als MTW) umgebaut wurde, lange Jahre versah das Fahrzeug seinen Dienst. Nur Fahrten Bergauf vertrug der LKW nicht, der Motor fing an heiß zulaufen und so musste die Mannschaft absteigen und so lange laufen, bis sich der Motor fdes LKW wieder abkühlte. Erst dann konnte man wieder aufsteigen und einige Meter mitfahren, bis es von vorne los ging.

Anfang der 30er Jahre, während der Weltwirtschaftskrise, waren Neuanschaffungen nicht möglich. Man war froh, dass man wenigsten die Bankschulden abzahlen konnte, gerade so.

Auch die sogenannte Machtübernahme im Jahre 1933 brachte für die Wehr Veränderungen mit sich. Die bestehende Sanitätsabteilung wurde aufgelöst und das vorhandene Material musste an die neu gegründete Sanitätsmannschaft des Roten Kreuzes abgegeben werden.

Das neue Führungskommando, mit Adolf Atzmann an der Spitze, brauchte nun eine behördliche Genehmigung, was bisher nicht üblöich war. Im Jahre 1938 erfolgte die Eingemeindung der bis dahin selbstständigen Gemeinde Freiendiez in die Stadt Diez und die bisdahin selbstständige Feuerwehr Freindiez wurde der Feuerwehr Diez als Löschzug 4 unsterstellt.

Bedingt durch die Kriegswirren und die politischen Verhältnisse, legte August Atzbacher sein Amt als Wehrführer nieder. Viele aktive Wehrmänner befanden sich ohnehin als Soldaten im Krieg und die noch verbliebenen Männer fuhren viele Einsätze in die Städte Koblenz, Frankfurt und Wiesbaden, um bei den aufwendigen Lösch- und Aufräumarbeiten zu helfen. Man musste schon hart zulangen, um die durch alliierte Bombenangriffe verursachten Brände zu löschen und die anderweitigen Gefahren zu beseitigen. Unterstützt wurden diese Arbeiten durch ein Mercedes-Löschfahrzeug, welches vom Deutschen Luftschutz zur Verfügung gestellt wurde. Nach dem Krieg 1945 wurde dieses Fahrzeug der Feuerwehr Diez überstellt, auf Anordnung der alliierten Behörden.

Die Freiendiezer Wehrmänner erhielten jedoch ihre Koebe-Motorspritze zurück und dazu ein altes Mercedes-Kompressor-Fahrzeug als Zugmaschine und gleichzeitiges Mannschaftsfahrzeug. An diesem Fahrzeug hatte man nicht lange Freude, bedingt durch das Alter des Fahrzeuges, war der Spritverbrauch enorm, außerdom musste man es durch den halben Ort schieben, um es zum Anspringen zu bringen. Da stellten die Freiendiezer Landwirte lieber ihre Traktoren der Feuerwehr zur Verfügung, mit denen ging es wesentlich schneller.

Während dieser Zeit lief die Feuerwehr Freiendiez immer noch unter der Bezeichnung Löschzug 4 bei der Diezer Wehr und wurde von Wilhelm Fachinger kommissarisch bis ins Jahre 1951 geleitet.

Die Bemühungen gingen jedoch dahin, als Feuerwehr Freiendiez wieder selbstständig zu werden. Das 25-Jährige Jubiläum hätte normalerweise am 23.05.1950 stattfinden müssen, es wurde aber erst mit Verspätung am 16.07.1950 unter Teilnahme der gesamten Wehr, die Diezer Feuerwehr eingeschlossen und unter großer Anteilnahme der Bevölkerung, in der Turnhalle Freiendiez gefeiert. Am 07.04.1951 war es dann wieder so weit. Im Saalbau Schmidt in der Freiendiezer Wilhelmstraße fand die Neugründungsversammlung statt.

Für die Selbstständigkeit der Freiendiezer Wehr setzte sich besonders der damalige Kommandant der Feuerwehr Diez , Wilhelm Sehr, ein. Während dieser Versammlung wurde Friedrich Schlosser zum 1. Kommandanten gewählt, 2. Kommandant wurde Karl Hatzmann, Schriftführer Albert Schlosser und Kassierer Wilhelm Brötz.

Der Anfang war gemacht, man hatte immerhin wieder 38 aktive und 85 fördernde Mitglieder zu verzeichnen. Mit Unterstützung der Stadtverwaltung, aber auch mit den zur Verfügung stehenden eigenen Mitteln, begann man die Ausrüstung zu erneuern und zu ergänzen.

Die Stadtverwaltung stellte der Wehr im Jahre 1952 einen Opel Blitz (1,5 t) zur Verfügung, dass in mühseliger Kleinarbeit für die Zwecke der Feuerwehr umgebaut wurde.

Ein preisschießen im Jahre 1954 brachte einen gewissen Erlös, welcher für weiter Anschaffungen benutzt wurde.

Wie bereits erwähnt, wurde im Jahre 1955 der im Kriege beschädigte hölzerne Schlauchtrocknungsturm durch einen 15 Meter hohen Backsteinbau ersetzt und gleichzeitig ein Aufenthalts- und Unterrichtsraum angebaut.Ein besonderes Ereignis im Jahre 1955 war der Landesbauerntag in Freiendiez, zu dem die Wehr an allen Tagen des Brandschutz sicherstellte.

Am 04.03.1956 wurde Albert Schlosser an Stelle seines Vaters Fritz Schlosser zum Wehrleiter gewählt. Aus beruflichen Gründen übergab er am 02.08.1957 bereits wieder sein Amt an Wilhelm Brötz, der von nun an die Geschicke der Wehr leitete.

Am 11.01.1958 erhielt der Ehrenkommandant der Wehr, Fritz Schlosser, als erster im gesamten Unterlahnkreis (heute Rhein-Lahn-Kreis), dass goldene Feuerwehrehrenkreuz durch das Land verliehen, auf Grund seiner besonderen Verdienste für das Feuerlöschwesen.

Seit dem 14.02.1958 wurde die Sirene auf dem Schlauchtrockenturm so geschaltet, dass sie jederzeit von der Polizeiwache ausgelöst werden konnte.

Mit Unterstützung der Bevölkerung erstand die Wehr im Jahre 1959 ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug. Eine Spendenaktion erbrachte den Betrag in Höhe von 1.500,- DM. Diese Summe reichte aus, um den erforderlichen Zuschuss für das Fahrzeug an die Stadt zu zahlen und zur Beschaffung eines Schlauchanhängers. Die Anteilscheine, die diese Summer erbrachten, wurden im Laufe von 5 Jahren zurückgezahlt, in den meisten fällen wurde jedoch auf eine Einlösung verzichtet. Mit dieser Aktion lief eine Mitgliederwerbung parallel, die 150 Neuzugänge erbrachte.

Am 30.04.1959 wurde das neue Fahrzeug an die Wehr übergeben.

Zur Gruppenausbildung wurde 1960 von der Feuerwehr Bad Ems ein gebrauchter Tragkraftspritzenanhänger (TSA) erworben. Im gleichen Jahr erstand die Wehr auch eine neue Tragkraftspritze (TS8-Koebe), für die die alte Koebe-Motorspritze in Zahlung gegeben wurde.

Mit zahlreichen Brandstiftungen in und um Diez hatte man es 1960 ebenfalls zu tun. Erstmalls in der Geschichte der Wehr musste man auch zu einer Personensuche ausrücken. Es wurden 2 Kinder gesucht, ob diese gefunden wurden ist heute nicht mehr nachvollziehbar.

Die ersten Sprechfunkgeräte erwarb die Feuerwehr im Jahre 1961 auf eigene Kosten und war somit als erste Wehr in der gesamten Umgebung mit diesen Geräten ausgestattet. Zusammen mit anderen Feuerwehren aus dem Kriegsgebiet beteiligte man sich am Landesfeuerwehrtag in Trier 1961.

1962 stellte dei Freiendiezer Wehr erstmals den Brandschutz bei einem GoCart-Rennen in der Freiherr-vom-Stein-Kaserne in Diez-Ost.

Seit dem Jahre 1963 ist die Wehr im Besitz von Pressluftatemgeräten (PA). Im gleichen Jahr wurden erstmals Vereinsnadeln in Gold, Silber und Bronze ausgegeben, für 30-, 20- und 10-jährige aktive Mitgliedschaft innerhalb der Wehr.

Das Jahr 1964 begann für die Wehrmänner mit einem Paukenschlag. Der 01.01.1964 war erst wenige Minuten alt, als in Diez und Freiendiez die Sirenen heulten, man rückte zu einem Brand in die Diezer Altstadt aus. Ebenfalls 1964 erhielten alle Wehrmänner, mit hinblick auf das bevorstehende Jubiläum, eine Ausgehuniform. Im September des selben Jahres wurde eine neue Vereinsfahne bestellt. Sie trägt auf einer Seite den Heiligen St. Florian und auf der anderen Seite das Wappen der Rheinland-Pfälzer-Feuerwehren. Das Hauptereignis des Jahres fand jedoch am 09. September statt, wo der Bürgermeister Kaffiné auf dem Wirt in Freiendiez, gleich 2 nagelneue Tanklöschfahrzeuge (TLF) auf Typ Mercedes Rundhauber an die Feuerwehr Diez und Feuerwehr Freiendiez übergeben konnte. Den ersten Brandeinstz erlebte das neue TLF 16 am 27.03.1965, als die Scheune des aktiven Kameraden Wilhelm Weimar in der Jahnstraße in Flammen stand. Im Jahre 1965 wurde man ganze 8 mal zu Einsätzen gerufen. Am 08.07. des selben jahres wurde in den Kölner-Ford-Werken eine neues Mannschaftsfahrzeug abgeholt. Der alte Opel Blitz diente ab sofort der städtischen Baukolonne als Unterkunftswagen Am 23.10 des Jahres nahm man an einer Katastrophenschutzübung in Bergnaussau-Scheuern teil.

Das heruasragende Ereignis des Jahres 1965 war in jedem Falle das 40-jährige Jubiläum der Wehr, dass vom 22.05- 24.05 gefeiert wurde. Neben den ganzen Anschaffungen aus diesem Jahre, erhielt die Fahrzeughalle eine Elektroheizung, um das neue TLF 16 vor Kälte und Feuchtigkeit zu schützen.

1966 wurde man nur 3 mal zu Einsätzen gerufen, wobei alle nicht nennenswert waren. Vom 10.01 - 20.01. nahm man an einem Erste-Hile-Lehrgang teil. Und man übte den Ernstfall zusammen mit der Feuerwehr Holzheim und der Feuerwehr Limburg.

 

 

 

 

 

 

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